Frank Schwabe

Tag gegen Kinderarbeit: Flüchtlingskinder als Ernährer ihrer Familien

Frank SchwabeViele syrische Flüchtlingsfamilien können nur durch die Arbeit ihrer Kinder überleben. Geldmangel und staatliche Arbeitsverbote für erwachsene Flüchtlinge zwingen Kinder und Jugendliche in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse und in die Prostitution. Zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni denken wir vor allem an sie, erklärt Frank Schwabe.

„Weit über vier Millionen Syrerinnen und Syrer haben sich in die Nachbarländer Jordanien, Türkei und Libanon geflüchtet, knapp die Hälfte davon sind Kinder. Ihre humanitäre Lage ist äußerst prekär. Im sechsten Jahr des Bürgerkrieges haben die meisten Flüchtlinge ihre Ersparnisse aufgebraucht und kämpfen ums Überleben. Offiziell dürfen sie nicht oder nur sehr eingeschränkt arbeiten. Viele – auch Kinder – arbeiten hingegen illegal und zu Hungerlöhnen; Mädchen prostituieren sich oder werden zu sexuellen Diensten verkauft. So wird nicht nur ihre psychische und physische Gesundheit schwer geschädigt, mangels Bildungschancen wird ihnen auch eine bessere Zukunft verbaut.

Der internationale Tag gegen Kinderarbeit am 12. Juni erinnert uns an das Schicksal dieser arbeitenden Kinder. 170 Millionen Kinder, die weltweit oftmals wie Sklaven in Haushalten, Steinbrüchen, Minen, Fabriken oder auf Feldern schuften. Betroffen sind vor allem jene betroffen, die außerhalb von Flüchtlingslagern leben und nicht von Hilfsorganisationen versorgt werden. Deutschland hat humanitär bereits viel geleistet und wird sich auch künftig insbesondere für Bildungsmöglichkeiten für Kinder einsetzen. Die SPD-Bundestagsfraktion tritt für menschenwürdige Arbeit und das Recht auf Bildung ein. Syrische Kinder sind bereits durch Krieg und Flucht traumatisiert. Sie sollten nicht auch noch ausbeuterische Arbeit erdulden müssen.“

Drucken