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Fernfahrer benennen Misere auf Autobahnen

 © Jan Bergrath, Bildunterschrift: Lkw-Fahrer übergeben im deutschen Bundestag einen Ordner mit Arbeitsmaterial an die SPD-Abgeordneten Kirsten Lühmann und Udo Schiefner. (v.l.n.r.: Udo Schiefner, MdB, Gregor ter Heide, Udo Skoppeck, Kirsten Lühmann, MdB, Axel Flaake, Horst Fritsche, Burkhard Taggart, Michael Schmalz)

© Jan Bergrath, Bildunterschrift: Lkw-Fahrer übergeben im deutschen Bundestag einen Ordner mit Arbeitsmaterial an die SPD-Abgeordneten Kirsten Lühmann und Udo Schiefner. (v.l.n.r.: Udo Schiefner, MdB, Gregor ter Heide, Udo Skoppeck, Kirsten Lühmann, MdB, Axel Flaake, Horst Fritsche, Burkhard Taggart, Michael Schmalz)

„Transport und Logistik bilden das Rückgrat unserer Wirtschaft und unseres täglichen Lebens. Die eigentlichen Stützpfeiler unseres wirtschaftlichen Erfolges sitzen hinterm Lenkrad. Anerkennung und Wertschätzung erhalten sie dafür kaum,“ benennt Udo Schiefner, Verkehrspolitiker, seine Motivation, eine Gruppe sehr engagierter Fernfahrer in den Bundestag nach Berlin einzuladen.

„Aus dem intensiven Gespräch nehme ich mehr mit, als mir irgendein Papier liefern könnte. Die Fahrer kennen die Situation auf der Straße. Sie sind aber auch über die rechtlichen Bedingungen hervorragend informiert. Sie kamen nicht, um sich zu beklagen, sondern brachten ganz konkrete Lösungsansätze und einen großen Berg Arbeitsmaterial mit. Jetzt ist es an uns, daraus etwas zu machen,“ fasst der SPD-Verkehrspolitiker das Treffen mit den Fernfahrern zusammen.

In der sich anschließenden Sitzung der SPD-Bundestagsfraktion konnten Udo Schiefner und die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Kirsten Lühmann, direkt handeln. Andrea Nahles, als Bundesministerin verantwortlich für die Durchsetzung des Mindestlohns, erhielt die sorgfältig recherchierten Unterlagen der Fernfahrer, in denen akribisch Missstände und schwarze Schafe im Transport- und Logistikgewerbe aufgelistet wurden.

Die Fahrer zeigten auf, dass deutsche und EU-Regelungen überprüft werden müssen, um die oft menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in der Branche zu bekämpfen. „Transportunternehmen nutzen die unscharfen Regeln gnadenlos aus. Das sind nicht nur osteuropäische Spediteure. Auch deutsche Betriebe haben inzwischen Briefkastenfirmen im Ausland, um deutsches Recht zu unterlaufen“,  so Udo Schiefner. Der Mindestlohn ist auf den Autobahnen noch nicht durchgesetzt. Nicht nur der Mensch am Steuer leidet darunter, auch die ehrlichen, Logistik- und Transportunternehmen, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen und soziale Standards einhalten, verlieren zunehmend Aufträge.“

Aktuell meist diskutiertes Beispiel für die Misere ist die Tatsache, dass Heerscharen von Lkw-Fahrern ihre regelmäßige wöchentliche Ruhezeit auf Rasthöfen in ihrem Fahrzeug verbringen. Sie leben oft über Monate praktisch nur noch im LKW. In Frankreich und Belgien ist das inzwischen zu Recht verboten. Die deutschen Rastplätze sind dafür an den Wochenenden umso überfüllter. „Wir müssen dringend handeln und diesem modernen Nomadentum einen Riegel vorschieben“, fordert Schiefner eine deutsche Regelung.

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