3405563

Der Kampf gegen HIV/AIDS zeigt erste Früchte, gewonnen ist er noch nicht!

Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel

Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel

Von Burkhard Blienert MdB

Seit 1988 wird am 1. Dezember eines jeden Jahres HIV und AIDS gedacht. Ende 2013 lebten weltweit laut Schätzungen rund 35 Millionen Menschen mit HIV und AIDS. 1,5 Millionen Menschen starben 2013 weltweit an der Immunschwäche, Mitte der 2000er Jahre waren es 2,2 Millionen Menschen.

In Deutschland lebten laut Robert-Koch-Institut (RKI) Ende 2012 78.000 Menschen mit dem Virus. Das Millenniumziel bis 2015, die Verbreitung der Krankheit einzudämmen und die Steigerungsraten umzukehren, ist leider noch nicht erreicht, auch wenn einiges in diesem Vierteljahrhundert erreicht werden konnte. Vieles bleibt aber auch noch zu tun.

Die deutschlandweiten Kampagnen, wie zum Beispiel „Gib AIDS keine Chance“ und seit Neuestem „Positiv zusammenleben“, haben das Bewusstsein auch bei uns für diese Krankheit geschärft. Die Infiziertenzahlen schienen sich zwischenzeitlich zu stabilisieren. Und offensichtlich verbreitete sich fälschlicherweise bei Teilen der Bevölkerung nun die Annahme, dass die Gefahr, selber infiziert werden zu können, gebannt sei. Dass dies ein Trugschluss ist, belegen die jüngsten Zahlen des RKI für das Jahr 2013: So stieg die Zahl der gesicherten Neudiagnosen im Vergleich zu 2012 um etwa zehn Prozent!

Ein Weckruf an alle, in den Bemühungen rund um das Thema HIV/AIDS nicht nachzulassen. Vor dem Hintergrund, dass 90 Prozent der deutschlandweiten Neuinfektionen auf ungeschützten Geschlechtsverkehr zurückzuführen sind, müssen Aufklärung und Prävention weiterhin Priorität eingeräumt werden. Wurde lange Zeit das Ansteckungsrisiko lediglich auf Männer, die Sex mit Männern haben, verengt, so ist nach aktuellen Zahlen insbesondere der Anstieg der Neuinfektionen bei heterosexuellen Kontakten deutlich.

Die Botschaft muss daher lauten: Geschützter Geschlechtsverkehr ist somit – unabhängig von der sexuellen Neigung – noch immer unabdingbar, um das Infektionsrisiko zu vermindern. Aufklärungsarbeit kann dies nur vermitteln, wenn sie entsprechend ausgestattet wird.

Verantwortungsvolle Gesundheitspolitik muss demnach hier ihren Beitrag zum erfolgreichen Kampf gegen die Immunschwäche leisten. Und so hat sich die SPD-Bundestagsfraktion dafür eingesetzt, dass in den Haushalten 2014 und 2015 die Mittel für die Aufklärungsmaßnahmen auf dem Gebiet von sexuell übertragbaren Krankheiten seit 2014 wieder aufgestockt wurden.

Es wäre erfreulich, wenn wir schon zeitnah wieder einen Rückgang der Neuinfektionen vermelden könnten!

Drucken