Bülow-Crone

Tropenwäldereffektiv schützen

Bülow-CroneZum Internationalen Tag des Tropenwaldes am 14. September fordert die SPD-Bundestagsfraktion weitere Anstrengungen, um die wenigen der Welt verbliebenen Tropenwälder zu schützen. Zwar gibt es internationale Abkommen zum Tropenholzhandel und ein anspruchsvolles Zertifizierungssystem, dennoch schreitet die Abholzung der Tropenwälder weltweit voran. Mit der Aufstockung des Green Climate Fund und bilateralen Forstprojekten werden erste wichtige Maßnahmen ergriffen, um den fortschreitenden Waldverlust einzudämmen, erklären Petra Crone und Marco Bülow.

„Wir dürfen in unseren Bemühungen, den Tropenwald zu erhalten, nicht nachlassen. Zu oft gehen auch in Deutschland bedenkliche Produkte aus Tropenholz und falsch deklarierte Holzarten über den Tisch. In den vergangenen Jahren haben sich Zertifizierungssysteme und politische Prozesse entwickelt, die dem Milliardengeschäft auf Kosten der Natur und des Menschen Einhalt gebieten wollen. Die SPD-Bundestagsfraktion unterstützt den europäischen Aktionsplan FLEGT mit den freiwilligen Partnerschaftsabkommen mit Tropenholz exportierenden Ländern (VPAs) und die Arbeit des Forest Stewardship Council (FSC).

Bei der anstehenden Überprüfung der Wirksamkeit der europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) muss die Liste von Holz- und Holzerzeugnissen dringend überarbeitet werden. Garten- und Terrassenmöbel fallen ebenso wenig unter den Geltungsbereich der Verordnung wie bedrucktes Papier. Das muss sich dringend ändern.

Der Schutz des Regenwaldes ist kein frommer ökologischer Wunsch, sondern eine globale Notwendigkeit. Die weltweite Rodung von Wäldern setzt weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Aufmerksamkeit mehr klimaschädliche Treibhausgase frei als der weltweite Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft zusammen. Die fortschreitende Abholzung in den Tropenholzregionen im Amazonas, in Asien und Afrika bedroht die traditionelle Lebensweise der Ureinwohner und die Tier- und Pflanzenwelt.

Wer effektiven Klimaschutz betreiben will, muss sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln für den Erhalt der letzten uns verbleibenden Regenwälder einsetzen. Das Scheitern der Yasuní Initiative in Ecuador hat Deutschlands Glaubwürdigkeit im internationalen Waldschutz schwer geschädigt. Wir begrüßen deshalb die Aufstockung der Mittel des Bundesumweltministeriums für den Green Climate Fund, durch die Deutschland unter anderem Maßnahmen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Wäldern im Ausland finanziert.

Aus dem Haushalt des Bundeslandwirtschaftsministeriums sollen künftig bilaterale Forstprojekte in Uganda, Kenia oder Uruguay finanziert werden, die sich der Förderung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung widmen. Gemeinsam werden wir innerhalb der Koalitionsfraktionen die Schwerpunkte setzen und den Prozess der Mittelvergabe an Partner und Organisationen transparent gestalten.“

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