Barbara Hendricks

Internationaler Tag des Artenschutzes

BMUB/Thomas Imo

von Dr. Barbara Hendricks MdB
Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Die Wilderei gefährdeter Arten und der illegale Handel mit Wildtierprodukten ist seit langem eine besondere Herausforderung im internationalen Artenschutz. Der 3. März ist der Internationale Tag des Artenschutzes und eine gute Gelegenheit, daran öffentlich zu erinnern. Um die Nachfrage nach Luxusprodukten zu befriedigen, werden jährlich etwa 20.000 afrikanische Elefanten, 1.200 Nashörner und zahllose weitere Arten getötet. Das ist eine dramatische Entwicklung, die nicht nur die Existenz vieler Arten gefährdet, sondern auch die Lebensgrundlagen lokaler Bevölkerungen untergräbt.

Um diese Artenschutz-Krise zu bewältigen, setzt sich die die Bundesregierung aktiv für konkrete Vereinbarungen gegen den illegalen Wildtierhandel ein. Im Koalitionsvertrag wurde verabredet, dass sich Deutschland verstärkt für den Schutz von Wildtieren einsetzt, um sie für die Menschen vor Ort und für künftige Generationen zu erhalten. Vor diesem Hintergrund hat die Bundesregierung den Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel zu einem wichtigen Thema auf internationaler Ebene gemacht.

Im Juli 2015 ist es uns gelungen, dass eine auf Initiative von Deutschland und Gabun erarbeitete und von weiteren 86 Staaten unterstützte Anti-Wilderei-Resolution von der Vollversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet worden ist. Im vergangenen Jahr wurde die Problematik dann bei der Generalversammlung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, der 17. Vertragsstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens sowie der Hanoi Konferenz gegen den Illegalen Wildtierhandel in den Fokus gestellt.

Der Kampf gegen die Wilderei wird auch in den kommenden Jahren ein zentrales Handlungsfeld unserer Umwelt- und Entwicklungspolitik bleiben. Während der deutschen G20-Präsidentschaft 2017 wird eine Antikorruptions-Arbeitsgruppe zu dem Thema konkrete länder- und ressortübergreifende Maßnahmen vorschlagen. Und auch auf europäischer Ebene drücken wir aufs Tempo: Das Bundesumweltministerium arbeitet aktiv bei der Ausgestaltung und Umsetzung des EU-Aktionsplans gegen den illegalen Wildtierhandel mit. Wir haben auf europäischer Ebene unter anderem durchgesetzt, dass der Handel mit Elfenbein strenger reguliert und zum Beispiel der Re-Export mit Vorkonventions-Elfenbein weitgehend verboten wird.

Wenn wir die Wilderei und den illegalen Wildtierhandel nachhaltig eindämmen wollen, dann müssen wir auch den betroffenen Staaten Afrikas und Asiens Hilfe zukommen lassen. Das Bundesumweltministerium stellt hierfür seit 2015 drei Millionen Euro pro Jahr für konkrete Hilfsprojekte bereit. Die Projektumsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit als Durchführungsorganisation. Auch hier liegt ein Schwerpunkt auf der Bekämpfung des illegalen Handels mit Elfenbein und Nashorn-Horn.

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