Frank Schwabe

Sacharow-Preis für irakische Jesidinnen

Frank SchwabeDie Auszeichnung der beiden Jesidinnen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar mit dem Sacharow-Preis des Europaparlaments lenkt den Blick auf das Leid der Zivilbevölkerung in den kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Als religiöse Minderheit sind Jesiden besonders betroffen, sagt Frank Schwabe.

„Die Jesidinnen Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar repräsentieren nicht nur die jesidische Minderheit, die vom Islamischen Staat mit brutaler Gewalt aus ihrer Heimat vertrieben wurde. Ihre Dörfer wurden zerstört, Tausende Menschen getötet. Als junge Frauen stehen die beiden auch für das grausame Schicksal vieler Jesidinnen, die von den Islamisten als Sexsklavinnen gefangen gehalten werden. Den Preisträgerinnen erging es selbst so, doch es gelang ihnen zu fliehen.

Das Europaparlament bekräftigt mit seiner Entscheidung jene der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, die vor kurzem den Vaclav-Havel-Preis ebenfalls an Nadia Murad verliehen hatte. Die Preisgelder mögen helfen, den Kampf gegen die Versklavung von Frauen im Nordirak wirksam fortzusetzen. Trotz der gegenwärtigen alliierten Militäroffensive zur Befreiung Mossuls wird sich der Islamische Staat noch länger in der Region festsetzen. Die SPD-Bundestagsfraktion begrüßt daher die Entscheidung der Jury, an die versklavten Frauen und Mädchen und die dringend nötige Hilfe für sie zu erinnern. Im Wissen um ihr eigenes Leid und das ihrer Familien verdient das Engagement von Nadia Murad und Lamija Adschi Baschar höchsten Respekt.“

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