Ursula-Schulte

EU-Vorschlag zur Identifizierung hormonell wirksamer Stoffe missachtet das Vorsorgeprinzip

Ursula-SchulteIn Kosmetika, Textilien, Pestiziden, Putz- und Nahrungsmitteln finden sich Endokrine Disruptoren. Diese Chemikalien wirken auf den menschlichen Hormonhaushalt ein und werden unter anderem für Prostata-, Hoden- und Brustkrebs, Entwicklungsstörungen und neurologische Krankheiten verantwortlich gemacht. Die Europäische Kommission hat nun einen Kriterienkatalog zur Identifizierung der hochgefährlichen Stoffe festgelegt, sagt Ursula Schulte.

„Die EU-Kommission hat endlich Kriterien zur Identifizierung der hormonell wirksamen Endokrinen Disruptoren (EDC) vorgelegt. Lange wurde auf diesen Katalog gewartet und doch ist die Enttäuschung groß, denn die neuen Hürden für die Einstufung als EDC sind hoch. Nach einer ersten Einschätzung werden die Schutzstandards damit eher abgeschwächt. Jetzt heißt es, ganz genau hinzuschauen, wie mit diesem Katalog weiter verfahren wird.

Ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheits- und Umweltschutz wären strengere Regeln. Das wäre vorsorgender Verbraucherschutz.

Eine Übernahme des von der EU-Kommission vorgelegten Kriterienkatalogs hätte nicht nur Auswirkungen auf die Biozid- und Pestizidverordnung, sondern auch auf andere Rechtsbereiche wie Kinderspielzeug und Kosmetika. Gerade beim Kinderspielzeug hat die Europäische Kommission unlängst auf die Gefahren durch chemische Verunreinigungen hingewiesen. Verbraucherschutz sieht anders aus.“

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