Dirk Heidenblut

Gesundheits-Apps müssen Mehrwert für Patienten leisten

Copyright: Uwe Faltmeier

Copyright: Uwe Faltmeier

Gestern hat das Bundesministerium für Gesundheit die Studie „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps“ veröffentlicht. Als zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion begrüßt Dirk Heidenblut diese Initiative des Ministeriums. Er fordert aber zugleich, dass auf diese Bestandsaufnahme Taten folgen müssen.

Laut Studie gibt es mehr als 100.000 Gesundheits-Apps. Darunter sind nur wenige mit medizinischem und therapeutischem Nutzen und noch weniger mit hohem Datenschutz. „Mit dem E-Health-Gesetz haben wir den Aufbau einer sicheren Datenautobahn im Gesundheitswesen vorangetrieben. Da kann es nicht sein, dass viele Gesundheits-Apps den Datenschutz nicht gewährleisten“, sagt Heidenblut.

Er erwartet, dass das Ministerium Vorschläge für ein Zertifizierungsverfahren unterbreitet. Dieses soll Sicherheitsanforderungen an Apps und Kriterien für die Appentwicklung festlegen. Denn am Ende müssen die Patientinnen und Patienten im Dschungel der Angebote die sichere, passende und nützliche App für sich finden.

„Nur entsprechend zertifizierte und geeignete Apps sollten dann schnell in die Regelversorgung gebracht werden. Denn wir wollen die Versorgung verbessern und den Patientinnen und Patienten mehr Flexibilität und Selbstbestimmung geben“, sagt Heidenblut. Jede Patientin und jeder Patient soll von den digitalen Gesundheitshelfern profitieren können.

Mit Sorge blickt Heidenblut auf die Bonussysteme einiger Krankenkassen. „Jeder soll freiwillig entscheiden, ob er seine Gesundheitsdaten aufnimmt. Es darf keine Abkehr vom solidarischen Gesundheitssystem geben.“

Drucken