Dirk_Wiese-e1396533382270 Kopie

500 Jahre Reinheitsgebot – Herzlichen Glückwunsch!

Dirk_Wiese-e1396533382270 Kopievon Dirk Wiese MdB

1516, im Jahre des Herrn, wurde das deutsche Reinheitsgebot proklamiert. Juristisch gesehen ist das Gesetz von verblüffender Einfachheit. Kurzum: In unser Bier gehört nur Wasser, Hopfen und Gerste. Ein Feiertag deutscher Braukunst. Jedes Jahr wieder am 23. April. Die Proklamation des deutschen Reinheitsgebotes, den Tag des Bieres, den wir heute feiern, war gut ein Jahr bevor Martin Luther im Jahr 1517 die Reformation einläutete.

Drum gedenken wir Luther mit einem seiner treffenden zünftigen Aussprüche: „Bier ist Menschenwerk, Wein aber ist von Gott.“ Und da ein guter Sozialdemokrat mit beiden Beinen im Leben steht, bodenständig ist und stets dafür eintritt es im Diesseits für alle immer etwas lebenswerter zu machen, so sei der Fokus auf den ersten Halbsatz des Zitates gerichtet. Ich gebe zu, klimatisch bedingt, auch die Sicht eines echten Westfalen.

Nicht unerwähnt soll bleiben, dass die Braukunst eine Handwerkskunst ist, genau wie auch die Deutsche Sozialdemokratie im Jahre 1863 von einem Sattlermeister aus der Taufe gehoben wurde. Man sieht: Ein gutes Bier und SPD. Das passt einfach. Historisch einwandfrei belegt.

Komme ich zurück zu Martin Luther, „Ich sitze hier und trinke mein gutes Bier und das Reich Gottes kommt von ganz alleine.“, und wende mich der Braukunst im Speziellen zu. Das Zitat von Martin Luther macht deutlich, dass auch ein Sozialdemokrat die Chance auf das Jenseits hat. Denn schließlich ist das Amt des Vorsitzenden zeitlos das schönste neben Papst. Und damit soll es fast schon gut sein. Aber nur fast. Denn…

… verblüfft ist man in der heutigen Zeit, dass innerhalb der Europäischen Union „Bayerisches Bier“ ein geschütztes Gut ist. Dies möchte der noch amtierende Landwirtschaftsminister, seinerseits Franke, sogar in Freihandelsabkommen jedweder Himmelsrichtung abgesichert haben. Zweifellos ein fragwürdiges Unterfangen. Weiß doch der waschechte Westfale, dass nur in dieser Region die wahre Braukunst zu Hause ist. Und zwar vor, nach und insbesondere während der Schützenfestsaison. Denn nichts ist dem Westfalen lieber als sein frisch gezapftes Pils. Besonders natürlich im berüchtigten „Biermudadreieck“ in Südwestfalen, welches sich vom südlichen Zipfel des Kreises Soest, quer durch das Sauerland in das nördliche Siegerland zieht. Ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke Westfalens. Zeigt sich doch dies schon plastisch an der Größe der Gläser, welche im Gegensatz zu anderen Landesteilen, den Reichtum der hier lebenden Bürgerinnen und Bürger über die vergangenen 500 Jahre widerspiegelt.

Nur soll es aber der Seitenhiebe genug sein. Drum bleiben wir am Ende bei der Verbindung von Diesseits und Jenseits und zitieren den großen Benjamin Franklin: „Bier ist der überzeugendste Beweis dafür, dass Gott den Menschen liebt und ihn glücklich sehen will.“ In diesem Sinne: Prost! Auf die nächsten 500 Jahre!

Drucken