Helga-Kühn-Mengel

Diabetes-Erkrankung: Thema des Weltgesundheitstages

Helga-Kühn-Mengelvon Helga Kühn-Mengel MdB, Beauftragte für die Belange von Patienten und Pflegebedürftigen der SPD-Bundestagsfraktion

Am 7. April findet alljährlich der Weltgesundheitstag statt. Er soll an die Gründung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am 7. April 1948 erinnern: in jedem Jahr widmet er sich einem wichtigen Gesundheitsthema. Diesmal greift der Weltgesundheitstag die Diabetes-Erkrankung auf, – eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch erhöhte Blutzuckerkonzentrationen charakterisiert ist und an der rund 6 Millionen Menschen in Deutschland leiden.

Die Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KIGGS 2003-2006) und Folgestudien zeigen, dass 0,2 % der sieben bis 17-jährigen Diabetes (Typ 1 und Typ 2) leiden.

Die Zahl der Erwachsenen mit einem bekannten Diabetes ist in den letzten zehn Jahren um 38 % gestiegen.
Dabei sind Menschen mit niedrigerem sozialen Status grundsätzlich stärker betroffen.

Die WHO geht davon aus, dass Diabetes bis zum Jahr 2030 zu den sieben weltweit führenden Todesursachen zählt.

Neben einer genetischen Veranlagung gehören eine ungünstige Ernährungsweise, Bewegungsmangel und damit zusammenhängendes Übergewicht zu den wesentlichen Risikofaktoren des Typ-2-Diabetes.

Die Erkrankung führt zu einem starken Verlust an Lebensqualität, erhöht das Risiko von Folgeerkrankung, verursacht erhebliche Folgekosten – für das Gesundheitssystem (geschätzte 48 Milliarden Euro) und für die Sozialversicherungen (Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung) – gleichzeitig kann gerade das Auftreten des Typ-2-Diabetes durch ausgewogene Ernährung, durch regelmäßige körperliche Aktivität, durch Veränderung des Lebensstils verringert oder sogar verhindert werden.

Von hoher Bedeutung für die Vermeidung und Reduzierung des Erkrankungsrisikos ist folgerichtig die Primärprävention: Die Stärkung von Gesundheitsförderung und gesundheitsbewußtem Verhalten.

Hier setzen die Programme der Bundesregierung an, (u.a. der Nationale Aktionsplan, die Initiative „IN FORM“), vor allem aber die vom Bundestag beschlossenen strukturierten Behandlungsprogramme und das erst kürzlich in Kraft getretene Präventionsgesetz betonen den richtigen Schwerpunkt bei der Gesundheitsförderung: Dieses Gesetz gibt die Möglichkeit, die Menschen zu erreichen, wo sie aufwachsen, leben, lernen, arbeiten, in Kindertagesstätten, Schulen, Betrieben oder Pflegeheimen – also in den Lebenswelten.

Hier sollen mit deutlich erhöhten Mitteln Präventionsmaßnahmen stattfinden, um Gesundheit zu fördern und Krankheit zu vermeiden.

Darüber hinaus hat das Präventionsgesetz die Nationale Präventionskonferenz eingesetzt, die Bundesrahmenempfehlungen erstellt. Und das Gesetz gibt die Möglichkeit zu ressortübergreifendem Handeln – wichtig für die Förderung von Gesundheit und Vermeidung von Krankheit, gerade auch bei Diabetes.

Auch ist ein Nationales Diabetes-Überwachungssystem (sog. Diabetes-Surveillance-System) beim Robert-Koch-Institut mit regelmäßiger Berichterstattung (Nationaler Diabetes-Bericht) beschlossen worden.

Drucken