Verkehr klein

Grenzkontrollen belasten deutsche Unternehmen – Transportlogistik in Europa braucht offene Grenzen

Bildquelle: shutterstock.com

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„Der Wegfall offener Grenzen im Schengen-Raum würde für alle sehr teuer. Transport und Logistik in Europa würden durch nicht planbare, oft stundenlange Verzögerungen der Lkw massiv belastet. Lkw-Fahrer, Speditionen und ihre Kunden, bekommen verstärkte Grenzkontrollen direkt zu spüren. Auf dem Spiel steht aber die Funktionsfähigkeit des europäischen Binnenmarkts,“ erklärt Udo Schiefner, zuständiger Berichterstatter der SPD-Bundestagsfraktion für Güterverkehr, Transport und Logistik, “an allen EU-Grenzen stärker zu kontrollieren, wie von vielen gefordert, würde die immensen volkswirtschaftlichen Vorteile des offenen Markts in Europa pulverisieren.“

Schon eine zusätzliche halbe Stunde an der Grenze kann Fahrer zwingen, ungeplante Lenkzeitpausen oder eine Ruhezeit einzulegen. Bereits jetzt stehen Lkw von und nach Österreich und Frankreich in Grenzstaus und müssen stundenlange Verzögerungen in Kauf nehmen. Im Schnitt stehen die Lastwagen über zwei Stunden im Stau – mit gravierenden Auswirkungen auf die Kosten. Zwei Stunden werden schnell zu zehn oder zwölf, weil die Fahrer die Ruhezeiten einhalten müssen.

Die Fixkosten für die Spediteure würden durch die Kontrollen sprunghaft steigen. „Es geht um Milliardenbeträge. Staus und Wartezeiten führen zu mehr Bürokratie. Die Lagerhaltung muss ausgeweitet werden. Ganze Lieferketten stehen in Frage, just in time würde unmöglich,“ ist Schiefner überzeugt, „mehr Fahrer sind dabei nötig, aber oft gar nicht zu finden. Der Schaden bleibt nicht bei den Speditionen. Leidet die Logistik leidet die Wirtschaft. Es geht auch um Arbeitsplätze.“ Ein klarer Blick auf die Zusammenhänge verbietet jeden Ruf nach geschlossenen Grenzen, ist der SPD-Bundestagsabgeordnete überzeugt.

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