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Weltkrebstag 2016

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Natürlich ist es ein Schock! Diagnose: Krebs. Für Betroffene und deren Angehörige bricht eine schwere Zeit an – körperlich und psychisch. Das Leben verändert sich schlagartig und bekommt einen neuen Fokus. Krebs ist aktuell die zweithöchste Todesursache in Deutschland, jährlich erkranken rund 500.000 Menschen daran. Die Zahlen werden weiter steigen, prognostiziert die Union internationale contre le cancer (UICC). Die 1933 gegründete Organisation beschäftigt sich mit Prävention, Erforschung und Behandlung von Krebs. Krebs macht den Menschen Angst. Dabei ist Angst ein schlechter Begleiter. Es braucht Mut, um der Erkrankung entgegen zu treten und Kraft und Hoffnung, sich gegen sie zu wehren.

Mut und Hoffnung macht der Weltkrebstag, der seit 2006 weltweit jedes Jahr am 4. Februar stattfindet. Durch die UICC und die Weltgesundheitsorganisation initiiert, rückt die Krankheit Krebs an diesem Tag ganz besonderes in den Vordergrund. Nicht, um Angst zu machen, sondern um aufzuklären. Außerdem soll deutlich werden: Niemand ist mit der Krankheit allein. Millionen Menschen eint dieses Schicksal oder das Engagement gegen den Krebs. Und jeder kann sich einbringen. „Wir können. Ich kann.“ lautet folgerichtig das Motto des diesjährigen Weltkrebstags.

Die Forschung macht in der Tat signifikante Fortschritte. So ist zwar richtig, dass die Zahl der Krebsdiagnosen steigt. Richtig ist aber auch, dass jedenfalls ein Teil dieses Anstiegs mit den immensen Verbesserungen bei der Früherkennung zu erklären ist. Wird der Krebs in einem sehr frühen Stadium erkannt, steigen die Heilungschancen gewaltig. Auch in der Behandlung der Erkrankung hat die Medizin in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. So lassen sich beispielsweise Brust-, Haut-, Gebärmutterhals- und Prostatakrebs inzwischen sehr gut heilen, wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und richtig behandelt werden. In Deutschland haben die Krankenversicherten den Zugang zu hervorragenden Spezialisten. Die breite Gesundheitsversorgung wird durch spezielle Tumorzentren ergänzt.

Sich aber nur auf die Forschung zu verlassen, wird nicht genügen. Jeder muss selbst tätig werden. Der Kampf gegen den Krebs ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Wir können. Also auch ich selbst. Dazu gehören regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt, damit die Früherkennungssysteme auch greifen können. Frauen sollten sich auch über eine HPV-Impfung informieren: Humane Papillomviren sind die Hauptverursacher von Gebärmutterhalskrebs. Zur persönlichen Prävention gehört auch ein gesunder Lebensstil. Alkohol und Zigaretten verursachen nicht nur Krebs, sondern nähren ihn. Positiv wirken sich ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung aus. Ein Drittel aller Krebserkrankungen ließen sich durch eine gesunde Lebensführung vermeiden, schätzen Experten. Dass man sich dadurch auch grundsätzlich besser fühlt, sollte ein zusätzlicher Ansporn sein.

Krebs ist kein Tabuthema. Krebs geht uns alle etwas an. Die Fortschritte in der Medizin geben Hoffnung auf Heilung. Das Bewusstsein vieler Menschen, gesund zu leben, sich zu informieren und regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, wirkt sich positiv aus. Gleichwohl entsteht Krebs auch durch äußere Faktoren, die der Einzelne nicht beeinflussen kann. Das gehört ebenso zur Wahrheit wie die Tatsache, dass viele Patienten ihrer Krebserkrankung erliegen. So ist unabdingbar, dass auch die Palliativmedizin gefördert wird. Das Erhalten von Lebensqualität, etwa durch das Lindern von Schmerzen oder psychosoziale und spirituelle Hilfe von Patienten und Angehörigen ist ein ganz wichtiges Element.

Dennoch gilt der Dreiklang von Krebsvermeidung, Krebserkennung und Krebsbehandlung und die Notwendigkeit einer umfassenden Aufklärung. Der Weltkrebstag schärft dieses Bewusstsein. Und das ist gut so.

http://www.uicc.org/

http://www.krebshilfe.de/nc/startseite.html

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