Dirk Heidenblut

Viel Bewegung bei der Versorgung von Depressionen

Copyright: Uwe Faltmeier

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„Move against Depression“ ist das diesjährige Motto des 12. Europäischen Depressionstages. Seit 2004 setzen sich europaweit die Mitglieder der European Depression Association (EDA) dafür ein, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Volkskrankheit Depression, an der jedes Jahr ca. 4,9 Millionen Menschen in Deutschland erkranken, zu stärken. Im Europaparlament gibt es mittlerweile zwölf sogenannte Depressionsbotschafter, die gemeinsam mit der EDA das Thema Depression auf europäischer Ebene politisch angehen und begleiten wollen.

„In Deutschland haben wir in diesem Jahr schon viel bei der Verbesserung der Versorgung von Depressionserkrankten getan. Durch die von uns erreichten Änderungen und Regelungen im Versorgungsstärkungs- und  Präventionsgesetz konnten wir eine Entschärfung der angespannten Versorgungslage einläuten“, resümiert Dirk Heidenblut, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mitglied im Gesundheitsausschuss. „Viele Betroffene mussten bisher zu lange warten, um einen Termin beim Facharzt oder beim Psychotherapeuten zu bekommen. Damit ist bald Schluss, denn die Einführung von Sprechstunden wird einen sofortigen und unkomplizierten Erstzugang zu Psychotherapie ermöglichen, verbessert damit die Akutversorgung und gestaltet zugleich die Therapieplanung leichter“, ist Heidenblut zuversichtlich.

Zusätzlich werden Verbesserungen etwa bei der Nutzung von Gruppentherapien (bisher gerade einmal 2% der ambulanten Therapien) und weiteren psychotherapeutischen Ansätzen mehr Kapazität und patientenorientierte Lösungen ermöglichen. Die neuen Terminservicestellen werden dafür sorgen, dass lange Wartezeiten auf eine Sprechstunde und die anschließend erforderliche Therapie der Vergangenheit angehören werden. Zudem stellen die neuen strukturierten Behandlungsprogramme für Depressionen (DMPs) weitere Erfolge auf dem Weg zur Verbesserung der Versorgung und Unterstützung von Menschen mit psychischen Erkrankungen sicher.

„Im Sinne eines strukturierten Therapieverlaufs werden den psychologischen Psychotherapeuten mehr Befugnisse eingeräumt. So können ergänzende Therapien wie Soziotherapie, nötige Krankenhausaufenthalte, Leistungen zur psychotherapeutischen Rehabilitation, insbesondere psychosomatische und psychotherapeutische Rehabilitation sowie Krankentransporte eigenständig verordnet werden. Das verhindert unnötige Doppeltermine beim Psychotherapeuten und beim Arzt und sorgt auch so für Entlastung und Beschleunigung, so dass ein reibungsloser und effektiver Therapieverlauf möglich ist. Diesen Weg müssen wir sicherlich auch noch weiter gehen“, fasst Dirk Heidenblut die im Sommer beschlossenen Neuerungen zusammen.

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