Bärbel Bas

Weltkindertag 2015: „Kinder willkommen!“

Bärbel Basvon Bärbel Bas MdB

Viele Menschen engagieren sich in diesen Tagen auf beeindruckende Weise für eine herzliche Willkommenskultur in Deutschland. Die SPD in meiner Heimatstadt Duisburg hat gerade auf ihrem Parteitag ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geehrt und eine Resolution verabschiedet mit dem Titel „SPD Duisburg hilft in Not geratenen Menschen und heißt Flüchtlinge willkommen!“ Diese Willkommenskultur gilt es zu verstetigen und dazu passt das Motto des Weltkindertages 2015: „Kinder willkommen!“. Ein tolles Motto.

Am 20. September ist der Weltkindertag. Die UN führte diesen Tag 1954 ein, mittlerweile wird er in über 150 Ländern gefeiert. Mit dem Motto „Kinder willkommen!“ machen die Vereinten Nationen und das Kinderhilfswerk in Deutschland deutlich, dass Kinderrechte für alle Kinder gelten – unabhängig von ihrem Herkunftsland. Inmitten der größten Flüchtlingskrise seit dem 2. Weltkrieg ist das ein starkes politisches Zeichen.

Kinder aus Krisenregionen kommen in besonders fragilem Zustand bei uns an, sie sind häufig traumatisiert, viele kommen gar ohne Eltern als unbegleitete Flüchtlinge zu uns. Diese Kinder wollen wir in unserer Mitte aufnehmen und hierzu hat das SPD-geführte Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine ganze Reihe von Programm aufgelegt. Das Projekt „Willkommen in Deutschland“ unterstützt etwa Kommunen bei der Integration von Kindern und Jugendlichen.

Klar ist für die SPD: Alle Kinder haben Stärken. Wir wollen, dass sie diese auch entfalten können. Wir sehen aber auch, dass immer noch nicht alle Kinder die gleichen Chancen im Leben haben. Deshalb brauchen wir bessere Bildungsmöglichkeiten, gute Kindergesundheit oder auch mehr ehrliche Beteiligung von Kindern. Und natürlich Chancengleichheit von Anfang an. Die SPD hat daher den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz durchgesetzt, jetzt wollen wir mehr und bessere Angebote. Vor allem mit mehr Personal könnten wir die Einrichtungen so weiterentwickeln, dass sie auch auf die besonderen Bedürfnisse von geflüchteten Familien eingehen können. Mit den Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe wollen wir zudem Benachteiligungen abbauen – und fangen damit auch die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge auf.

Als Politik können wir vor allem aber sicherstellen, dass Kinder ihre Rechte bekommen. In Deutschland gelten bereits die Standards der UN-Kinderrechtskonvention. Wir wollen noch besser dafür sorgen, dass sie in unserem Alltag auch berücksichtigt werden. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert zudem die Aufnahme von Kinderrechten in das Grundgesetz. Auch in unserer Verfassung muss endlich klargestellt werden, dass die Rechte und das Wohl von Kindern bei allen sie betreffenden Entscheidungen gleichberechtigt einbezogen werden.

Meine Kollegin Gülistan Yüksel hat an dieser Stelle sehr passend geschrieben: „Durch die vor 25 Jahren in Kraft getretene UN-Kinderrechtskonvention haben Kinder weltweit festgeschriebene Rechte wie u.a. das Recht auf Bildung und auf Beteiligung in Entscheidungsprozessen, aber auch das Recht auf ein Aufwachsen ohne Gewalt und das Recht auf Schutz vor Missbrauch. Leider sind diese Rechte nicht überall auf der Welt selbstverständlich.“ Es muss unser Anspruch sein, das zu ändern. Für alle Kinder.

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