Christoph Strässer

Humanitäre Helferinnen und Helfer würdigen

Foto: Sebastian Wolligandt

Foto: Sebastian Wolligandt

von Christoph Strässer MdB

Am 19. August, dem Welttag der Humanitären Hilfe, würdigen die Vereinten Nationen die Prinzipien der internationalen humanitären Hilfe und gedenken der Helfer, die im Rahmen ihres Engagements ihr Leben verloren haben. Im Jahr 2003 waren an diesem Tag bei einem verheerenden Anschlag auf die Zentrale der Vereinten Nationen in Bagdad 22 Helfer getötet worden.

Unter dem diesjährigen Motto „Inspiring the World’s Humanity“ soll in diesem Jahr besonders das Engagement jedes Einzelnen gewürdigt werden, der sich weltweit unter teils schwierigsten Bedingungen für die humanitäre Hilfe engagiert. Menschen, die teilweise ganz spontan ihre Arbeitsplätze verlassen, um in Krisenregionen vor Ort den notleidenden Menschen zu helfen, sind die wahren Helden unserer Zeit.

Mit ca. 20 Milliarden US-Dollar ist der Bedarf an humanitärer Hilfe noch nie so hoch gewesen wie heute. Er hat sich alleine seit 2009 nahezu verdoppelt. 2015 hat der Bundestag dem Bedarf mit einer deutlichen Mittelerhöhung für Humanitäre Hilfe auf 400 Millionen Euro bereits Rechnung getragen. Die SPD-Fraktion hat sich in den Haushaltsverhandlungen für diese Erhöhung stark gemacht und wir werden uns auch in den Verhandlungen für den Haushalt 2016 wieder für eine weitere Erhöhung des Etats einsetzen.

Denn die Herausforderungen erscheinen schier unermesslich. Die Zahl der Flüchtlinge und Binnenvertriebenen weltweit ist dramatisch gestiegen. 2014 waren den Vereinten Nationen zufolge weltweit ca. 60 Mio. Menschen auf der Flucht. Das ist die höchste Zahl von Flüchtlingen seit der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges. Gewaltsam ausgetragene Konflikte wie in Syrien, im Irak, im Jemen, im Südsudan, in der Ukraine oder in Nigeria bedrohen das Leben der Menschen die in diesen Regionen leben, zerstören ihre Lebensgrundlagen und zwingen sie zur Flucht. Und dieser Trend wird anhalten. Humanitäre Hilfe wird weiterhin mehr denn je gefordert sein, um den notleidenden Menschen vor Ort zu helfen. Somit wird sich die internationale Gemeinschaft und auch Deutschland darauf einstellen müssen, dass der Bedarf an Mitteln für humanitäre Hilfe in absehbarer Zeit noch weiter steigen wird. Diesem Bedarf müssen wir gerecht werden.

Humanitäre Hilfe allein ersetzt zwar keine politischen Lösungen für diese Krisen. Aber humanitäre Hilfe kann die Menschen befähigen, auch in größter Not Würde und Selbstständigkeit zu wahren. Deshalb ist sie ein Markenzeichen unserer Außenpolitik.

Die deutsche Strategie zur Humanitären Hilfe bekräftigt die Relevanz der humanitären Prinzipien der Menschlichkeit, Neutralität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit. Diese sind unverzichtbare Voraussetzung für den Erfolg humanitärer Einsätze. Die humanitäre Hilfe der Bundesregierung folgt diesen humanitären Prinzipien und internationalen Vereinbarungen. Die Einhaltung der Prinzipien ist heute wichtiger denn je, denn trotz steigendem humanitären Bedarfs verringert sich vielerorts der humanitäre Raum für Helferinnen und Helfer. Zu den Gründen zählt sie sich verschlechternde Sicherheitslage in vielen Krisen- und Katastrophengebieten. Oft verwehren staatliche Stellen oder Konfliktparteien den Zugang zu den Hilfsbedürftigen. Dies erfordert zusätzliche Anstrengungen zur Gewährleistung und Anerkennung der Neutralität und Unparteilichkeit humanitärer Hilfe, damit humanitäre Hilfe Menschen in Not erreicht.

Das eine ist, staatliche humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stellen. Das andere, ebenso Wichtige ist, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es den Helferinnen und Helfern vor Ort ermöglichen, an den Bedürfnissen der betroffenen Bevölkerung orientiert, Hilfe zu leisten.

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