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Internationaler Tag des Denkmals am 18.04.2015

Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel

Bildnachweis: Deutscher Bundestag/Thomas Trutschel

von Burkhard Blienert MdB

Der Tag des offenen Denkmals, der bei uns – wie übrigens in ganz Europa – alljährlich im September begangen wird, soll bei den Menschen das Interesse für die Kulturgüter in ihrem unmittelbaren Lebensumfeld wecken. Und er soll motivieren, mit privatem Engagement und öffentlicher Unterstützung für den Erhalt und die Pflege dieser Denkmäler zu sorgen. Zweifellos ein wichtiger Tag, der die kulturelle Teilhabe der Menschen und die Bindung an ihre Heimatregion stärkt.

Das Anliegen des Internationalen Denkmaltags, der bei uns am 18. April im Kalender steht, hat dagegen das weltweite Kulturerbe im globalen Blick. Er soll uns daran erinnern, dass das historische Kulturerbe aller Völker ein wichtiges Gut für die Menschheit ist, dessen Erhalt und Schutz im Interesse aller liegen sollte. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei all den Kulturstätten, die aus den verschiedensten Gründen gefährdet sind.

Vor rund 30 Jahren hat der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS gemeinsam mit der UNESCO den Internationalen Denkmaltag ins Leben gerufen. Grundlage dafür ist die Welterbekonvention der UNESCO zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt. Bis heute haben 191 Staaten, darunter Deutschland, das Übereinkommen ratifiziert. Mit der Unterzeichnung der Konvention verpflichten sich die Vertragsstaaten, die innerhalb ihrer Grenzen gelegenen Welterbestätten zu schützen und für zukünftige Generationen zu erhalten. Gleich fünf UNESCO-Welterbestätten befinden sich bei uns in NRW: Der Kölner Dom, der Aachener Dom, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl und die Zeche Zollverein in Essen. Seit 2014 darf auch Schloss Corvey diesen Titel tragen, worauf ich als Ostwestfale besonders stolz bin.

Noch bedeutsamer als die Welterbeliste, die über 1000 Natur- und Kulturerbestätten aus 161 Staaten aller Kontinente umfasst, ist für den Internationalen Denkmaltag die Liste des gefährdeten Erbes der Welt. 46 Welterbestätten finden sich derzeit auf dieser „Roten Liste“. In diesem Zusammenhang spielt auch der Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten eine besondere Rolle. Die Haager Konvention von 1954 zum Schutz von Kulturgut hält fest: „Jede Schädigung von Kulturgut, gleichgültig welchem Volk es gehört, bedeutet eine Schädigung des kulturellen Erbes der ganzen Menschheit, weil jedes Volk seinen Beitrag zur Kultur der Welt leistet.“

Viel zu oft hat die Erfahrung gezeigt, dass sich kriegführende Parteien darüber hinwegsetzen. Vollends ohnmächtig sind wir, wenn wir wie jüngst mit ansehen müssen, wie die Stadt Nimrud im Irak, ein kulturhistorisches und archäologisches Juwel, im terroristischen Zerstörungswahn des IS dem Erdboden gleich gemacht wird. Vor diesem Hintergrund bekommt der Tag des Internationalen Denkmals in diesem Jahr eine besondere Bedeutung. Er mahnt uns, unsere Bemühungen auf allen Ebenen zu verstärken mit dem Ziel, solche barbarischen Akte der mutwilligen Zerstörung des Kulturerbes der Menschheit zu verhindern.

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