Ralf Kapschack

Equal Pay Day – Gleicher Lohn bei gleicher und gleichwertiger Arbeit

Ralf Kapschackvon Ralf Kapschack MdB

Jedes Jahr um den 20. März gehen Frauen und Männer auf die Straße, um gegen die Lohndiskriminierung zwischen Männern und Frauen zu demonstrieren. Warum 20. März? Das ist der Tag, bis zum dem Frauen arbeiten müssen, um den gleichen Lohn zu erhalten wie Männer Ende des vergangenen Jahres bereits in der Tasche hatten. Denn noch immer verdienen Frauen im Durchschnitt 22 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Gerecht ist das nicht! Deshalb hat auch in diesem Jahr wieder der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Deutsche Frauenrat und der Sozialverband Deutschland (SoVD) zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor aufgerufen.

Verschiedene Gründe für die unterschiedliche Bezahlung

Die Gründe für die ungleiche Bezahlung sind vielfältig. Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit als Männer; sie sind weniger in Führungspositionen vertreten – die Entgeltlücke wird größer je höher die Funktion ist; sie haben längere berufliche Ausfallzeiten aufgrund von Geburt und Kindererziehung oder der Pflege Angehöriger; sie wählen häufiger Berufe in denen traditionell weniger verdient wird und sie arbeiten öfter auf Minijob-Basis und im Niedriglohnsektor. So verdient beispielsweise ein Koch durchschnittlich 2.090 Euro im Monat und eine Köchin nur 1.648 Euro, laut SoVD. Auch in einem eher typisch weiblichen Berufszweig sieht es nicht anders aus: In der Pflege verdienen Männer durchschnittlich 2.720 Euro und Frauen 2.420 Euro (WSI-Lohnspiegel).

Equal Pay ist eine uralte Forderung

Bereits zum ersten Internationalen Frauentag im Jahr 1911 war gleicher Lohn für gleiche Arbeit eine der wesentlichen Forderungen. 104 Jahre später ist mit einer Lohnlücke von 22 Prozent die Forderung aktueller denn je. Unter den SPD-Bundesministerinnen Andrea Nahles (Arbeit und Soziales) und Manuela Schwesig (Familie, Senioren, Frauen und Jugend) sind endlich wichtige gesetzliche Maßnahmen unternommen worden, die zur Schließung der Lohnlücke beitragen werden.

Maßnahmen zur Herstellung von Entgeltgleichheit

Die Einführung des flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns ist auch im Hinblick auf die Bekämpfung der Entgeltdiskriminierung zwischen Männern und Frauen längst überfällig gewesen, denn von ihm profitieren überproportional viele Frauen. Mit der Frauenquote wird für viele gut qualifizierte Frauen endlich die gläserne Decke durchbrochen und es werden mehr Frauen in Führungspositionen gelangen. Das ElterngeldPlus verbessert die Optionen für eine partnerschaftliche Aufteilung der Familienzeit zwischen den Elternteilen, so dass die Ausfallzeiten nach der Geburt nicht mehr alleine von einem Elternteil, in der Regel die Frau, getragen werden müssen. Außerdem wird es einfacher nach der Geburt eines Kindes in Teilzeit in den Beruf zurück zu kehren – denn je kürzer die familienbedingte Auszeit, desto geringer ist die Lohnlücke. Daher ebenfalls von Bedeutung ist der flächendeckende Ausbau der (Ganztags-) Kinderbetreuung.

Last but not least hat Manuela Schwesig ein Entgeltgleichheitsgesetz angekündigt. Damit soll vor allem für mehr Transparenz gesorgt werden. Denn es gibt kaum ein besser gehütetes Geheimnis in Deutschland als das Gehalt. Das neue Gesetz stärkt nicht nur die Verhandlungsbasis von Frauen, sondern ist allgemein für jeden Arbeitnehmer von Vorteil. Besonders relevant wird das Entgeltgleichheitsgesetz auch für den Bereich der Tarifverträge werden, da diese auch auf Entgeltdiskriminierung untersucht werden sollen. Damit kann vor allem strukturelle Diskriminierung aufgrund der Arbeitsbewertung aufgedeckt werden.

All diese Maßnahmen machen Mut und Hoffnung, dass in ein paar Jahren der Equal Pay Day auf Neujahr fällt.

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