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Das Projekt Humboldt-Forum braucht eine ordnende Hand

Martin Doermann.jpgBerlins Regierender Bürgermeister hat angedeutet, dass die bisherigen Planungen, das Land Berlin mit der von Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) vermittelten „Welt der Sprachen“ im Humboldt-Forum zu vertreten, geändert werden könnten. Diese Überlegungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem es zwingend notwendig ist, endlich einen klaren inhaltlichen und strukturellen Rahmen für das Projekt Humboldt-Forum und eine Intendanz zu formulieren. Diese ordnende Hand für die Gestaltung im Zusammenspiel aller Beteiligten fehlt bislang, erklären Martin Dörmann und Christina Jantz.

„Die Vision und der Anspruch des Humboldt-Forums als dem national und international weithin sichtbaren Kulturbau sind vielfach beschrieben worden. Was aktuell fehlt und zwingend notwendig ist, ist ein klares Konzept für die Umsetzung. Die von den zukünftigen Partnern und Akteuren im Humboldt-Forum einzubringenden Bestandteile zeichnen sich immer deutlicher ab. Was aber bislang fehlt, ist das Verbindende und der inhaltlich, strukturelle Rahmen, der das zu einem großen Ganzen zusammen führt. Das führt zu solch überraschenden Ankündigungen wie die Berlins, die bisherigen Planungen der ZLB für eine „Welt der Sprachen“ zu ändern. Bei allen Beteiligten gibt es Unsicherheit darüber, wer in Zukunft die Vorgaben für das Zusammenspiel der vielfältigen kulturellen Elemente definiert. Obwohl alle bemüht sind, sich gut miteinander abzustimmen, passiert offensichtlich noch viel parallel. Viele Fragen sind nach wie vor offen und es fehlt die gemeinsame Botschaft.

Dieses Nebeneinander können wir uns nicht länger erlauben, denn wir wollen diesem größten Kulturprojekt in der Mitte Deutschlands zum Erfolg verhelfen. Die Eröffnung ist für 2019 geplant, das Richtfest findet im Juni 2015 statt und der Bau bewegt sich bislang im Kosten- und Zeitplan. Es ist notwendig, das kulturelle Programm und den Inhalt für die Zeit nach der Eröffnung vorzubereiten. Das soll die Aufgabe einer Intendanz sein, für die der Deutsche Bundestag Finanzmittel in Höhe von einer Million Euro für 2015 bereitgestellt hat.

Es ist eine kulturpolitische Aufgabe, den Rahmen dieser Intendanz zu definieren, bei der wir uns gemeinsam mit den zukünftigen Partnern und Akteuren im Humboldt-Forum in der Pflicht sehen. Allerdings fehlt bislang eine ordnende Hand, um dieses Zusammenspiel aller Beteiligter zu gestalten. Es ist höchste Zeit, sich dieser Aufgabe zu widmen und Klarheit zu schaffen.“

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