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Vor 25 Jahren: Die Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP) wird in Schwante bei Berlin gegründet

Quelle: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung

Quelle: AdsD / Friedrich-Ebert-Stiftung

von Axel Schäfer MdB

Heute vor 25 Jahren schrieben Markus Meckel und Martin Gutzeit, sowie etwa 40 weitere Personen die Geschichte der SPD ein gutes Stück weiter. Am 7. Oktober 1989 gründeten sie im Pfarrhaus des Dorfes Schwante die „Sozialdemokratische Partei in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) – Sozialdemokratische Partei in der DDR (SDP)“.

Dies geschah vor dem Hintergrund der tiefgreifenden ökonomischen, politischen und sozialen Krise der DDR. Im Sommer und Herbst 1989 zeigte sich diese in Gestalt der Flucht vor allem junger Menschen durch den in Ungarn zunehmend durchlässigeren „Eisernen Vorhang“ sowie durch steigende Unruhen auf den Straßen der DDR – insbesondere in Leipzig und Dresden.

Die Wahl des Namens SDP wollte auf der einen Seite die Eigenständigkeit gegenüber der bundesdeutschen SPD betonen. Andererseits verstand sich die Gründung als Fortsetzung der großen Tradition der sozialdemokratischen Partei in Deutschland und als Teil der internationalen Arbeiterbewegung. Insofern fühlte sich die SDP eng mit der SPD der Bundesrepublik verbunden.

Die Etablierung einer sozialdemokratischen Partei in der DDR griff den Machtanspruch der SED, der zu einem Gutteil auf der im April 1946 vollzogenen Zwangsvereinigung von SPD und KPD fußte, frontal an und stellte damit die Legitimität des SED-Regimes grundsätzlich in Frage. Zugleich unterschied sich die SDP von den anderen Neugründungen aus dem Umfeld der Bürgerbewegung, wie etwa dem Neuen Forum, durch den expliziten Anspruch, „Partei“ und eben nicht „Bewegung“ oder „Plattform“ zu sein.

Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gehörten somit zu den aktivsten Gestaltern der friedlichen Revolution in der DDR. Richtschnur sozialdemokratischer Politik war und bleibt sich für den Erhalt der Freiheit einzusetzen – damals wie heute.

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