Joachim-Poss

Die Regulierung der Finanzmärkte ist noch lange nicht vollendet

Der Skandal im Handel mit Währungen zeigt, dass die nötige umfassende Regulierung der Finanzmärkte noch lange nicht vollendet ist. Auch der Devisenmarkt braucht mehr Transparenz, Regeln und Aufsicht. Der überfällige Wandel bei Regulierung, Werten und Kultur in der Finanzbranche kommt nicht über Nacht, sagte Joachim Poß.

„Offensichtlich scheint auch der Devisenmarkt nicht sicher zu sein vor Manipulationen und Insiderhandel. Die Politik muss daher auch hier die neu geschaffenen Regulierungsprinzipien einführen, die in anderen Bereichen gelten. Denn nur, wenn kein Finanzprodukt mehr unreguliert ist, finden die Banken keine Schlupflöcher zum „Zocken“ mehr.

Was für Derivate und Aktien gilt, sollte auch für den Devisenhandel gelten: Er sollte möglichst transparent auf regulierten Börsen und Märkten stattfinden. Die Festsetzung wichtiger Referenzwerte und Marktpreise muss unabhängig und manipulationsfrei geschehen. Schließlich sollte die Abtrennung und Einschränkung des Eigenhandels der Banken europaweit vorangetrieben werden, damit die Einlagen der Kunden nicht zum Zocken genutzt werden.

Aber auch die Banken selbst müssen etwas tun: Der Kulturwandel kommt eben nicht von heute auf morgen. Gerade die Vorstände müssen das aktiv vorantreiben. Die Mitarbeiter der Banker dürfen Finanzdienstleistungen nicht als Computerspiel verstehen. Und die Banken müssen Insiderhandel in ihren eigenen Reihen unterbinden. Sonst haben sie ihren eigenen Laden nicht im Griff.“

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